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Ehrung für Helmut Faeder
Vor etwas mehr als einem Jahr am 03.08.2014 verstarb Herthas Rekordtorschütze Helmut Faeder nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Auf Wunsch der Familie wurde damals von Hertha BSC im Stadion keine größere Gedenkveranstalltung abgehalten, weshalb wir umso erfreuter waren als der Verein die Idee des Förderkreis Ostkurve dankend annahm. Die Idee, den bisher namenlosen Sportplatz des SV Buchholz in „Helmut-Faeder-Sportplatz“ umzubennen, um so diesen verdienten Herthaner und Sportsmann zu ehren. Denn der SV Buchholz war neben der Alten Dame sein Heimatverein, bei welchem er in der Jugend selber kickte und sich nach der Wende auch aktiv um die Jugendförderung kümmerte.
Nach über einem Jahr Hintergrundgesprächen und durch gute Zusammenarbeit von Hertha BSC, dem SV Buchholz und der BVV-Fraktion der SPD, welche den Antrag in der Bezirksversammlung stellte, ist es nun endlich so weit. Am Samstag, dem 05.09.15 ab 9.00 Uhr beginnt auf dem Sportplatz in der Chamissonstr. 9-11, 13127 Berlin das jährliche Vereinsfest, bei welchem gegen 15.00 Uhr die feierliche Umbenennung stattfinden soll.
Wir freuen uns auf einen schönen Samstagnachmittag und danken nochmal allen Beteiligten, die dies möglich gemacht haben. Ehre, wem Ehre gebührt!
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ProFans für Menschenrechte und gegen Diskriminierung
„Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ – Diesen Satz nutzte ProFans bereits häufiger in Diskussionen, wenn es wieder einmal einen Aufschrei in der Öffentlichkeit zum Thema Sicherheit beim Fußball gab. Negative Erscheinungen finden sich eben in einem Stadion genauso wieder, wie im Alltag auch. Bestätigt wird dieser Satz leider aktuell durch Vorfälle in der ganzen Republik.
Warnt das Fanbündnis schon seit Längerem vor dem Erstarken rechter Kräfte in den Fankurven, sieht man eben diese Kräfte jetzt wieder gehäuft auf den Straßen und vor Flüchtlingsunterkünften. In den Stadien wollen engagierte Fans menschenverachtendes Denken fernhalten, doch
werden sie selbst vorwiegend als Sicherheitsrisiko behandelt, während die Zahl der braunen Rattenfänger steigt und steigt. Im Stadion wie überall. „Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, trifft es sehr deutlich.Für Fußballfans und allen voran Ultras ist die Fankurve jedoch ein bunter und kreativer Ort, an dem Ausgrenzung und Diskriminierung keinen Platz haben. Spieler und Spielerinnen aus der ganzen Welt tragen die Farben des Vereins, den man so liebt, die Freunde in der Fankurve haben verschiedene Hautfarben, Religionen und sexuelle Orientierungen. Die von uns gelebte Fankultur hat Einflüsse aus England und Südeuropa, aber auch aus Polen und vom Balkan. Unter der Woche staunen wir über YouTube-Videos aus Südamerika, Griechenland oder Afrika. Fußball verbindet, und so gibt es nicht wenige Freundschaften zu Fanszenen im Ausland. Fankultur lebt von „Multikulti“, von allen Einflüssen, aus denen man kreative Ideen für die Unterstützung seines Teams ziehen kann. Und nicht zuletzt vom großen Gemeinschaftsgefühl für die gemeinsame Leidenschaft.
Die ProFans angeschlossenen Gruppen eint ein antirassistischer Grundkonsens, dessen Anerkennung Voraussetzung für das Mitwirken jeder einzelnen Gruppe in der Fanorganisation ist. Dieser ist aktueller als je zuvor. Wie in den Kurven darf auch in der Gesellschaft kein Platz für Intoleranz und Diskriminierung sein! Viele Fangruppen engagieren sich deshalb auch außerhalb des Stadions für Flüchtlinge, helfen bedürftigen Menschen oder organisieren und beteiligen sich an Demos gegen Nazis.
ProFans wünscht sich, dass diese Aufgeschlossenheit und dieses Engagement nicht nur beim Fußball die Einstellung einiger Kurven und Fangruppen kennzeichne, sondern dass der Einsatz für Menschenrechte und gegen Diskriminierung in allen Stadien und darüber hinaus in unserer ganzen Gesellschaft wie auch seitens Politik und Medien selbstverständlich sei.
ProFans im August 2015
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ProFans lässt nicht locker: Fußball für die Fans! Für fangerechte Spieltermine!
Pressemitteilung
ProFans lässt nicht locker: Fußball für die Fans! Für fangerechte Spieltermine!
Berlin, 13. August 2015Zum Saisonstart der 1. Bundesliga wendet ProFans sich erneut öffentlich gegen die
Spieltagszersplitterung und gegen Wochentagsspiele der Liga, nachdem bereits am
Pokalwochenende in vielen Stadien Spruchbänder mit der Forderung nach fanfreundlichen
Spielterminen zu sehen waren.Höheren Fernseheinnahmen zuliebe werden die Spieltage der ersten Ligen zunehmend auf
viele Termine verteilt. Damit nimmt die DFL auf die Bedürfnisse der mitreisenden Fans
herzlich wenig Rücksicht. Ganz davon abgesehen, sind Wochentagsspiele auch für viele
Heimzuschauer problematisch. Allerdings steht nicht der Ligaverband allein in der
Verantwortung, sondern ebenso die ihm angehörenden Vereine selbst sowie der DFB.
ProFans-Sprecher Jakob Falk erklärt: „Auch der DFB muss deutlich kritisiert werden. Die
Anstoßzeiten im DFB-Pokal und sogar in der 3. Liga sind zum Teil eine üble Zumutung für
aktive Fans. Während über künftige Montagsspiele in der 1. Liga diskutiert wird, terminiert
der DFB bereits seit Jahren Pokalspiele der 1. Runde auf den Montag.“Seit vielen Jahren liegt der Vorschlag von ProFans auf dem Tisch, an Freitag- und
Sonntagabenden wenigstens solche Spiele bevorzugt anzusetzen, bei denen die Entfernung
zwischen den Heimatstädten der Vereine nicht mehr als 300 km beträgt. Bei größeren
Entfernungen müssen die meisten der mitreisenden Fans für Spiele am Freitag- oder
Sonntagabend einen Urlaubstag opfern, für Spiele an Wochentagen sogar zwei.
Wie die Auswertung der Aktion um den Negativpreis „SAM“ (SpielAnsetzungsMonster)
ergab, traf es in der vergangenen Saison in der 1. und 2. Bundesliga insgesamt 10 Vereine,
deren Anhänger allein für die Ligaspiele zwischen einer und zwei vollen Urlaubswochen
daransetzen mussten, wenn sie zu allen mitreisen wollten. Unfreiwillige „Spitzenreiter“ in
dieser Auflistung sind die Fanszenen von Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli mit
jeweils 10 Tagen, gefolgt vom FC Augsburg, dem SC Freiburg und den beiden Berliner
Vereinen Hertha BSC und 1. FC Union.Selbst in der dritten Liga gibt es noch drei Vereine, deren Fans für die Auswärtsspiele eine
Woche Urlaub oder länger einplanen mussten. Beispiele wie Fortuna Köln oder Rot-Weiß
Erfurt (6 Tage) zeigen, dass auch mitnichten nur Vereine aus fußballerisch „abgelegenen“
Orten betroffen sind. Für die Fans ist das eine Zumutung, und auch der Sicherheit dient es
nicht, wenn vor allem familiär und beruflich gebundene Anhänger wegbleiben.Die immer wiederkehrende Suggestion, Gästefans seien vor allem eine Bedrohung der
Sicherheit, ist ohnehin verfehlt, denn nichts trägt so stark zu einer emotionalen
Zuschauerkulisse bei wie ein stimmungsvoller Gästeblock. Gerade jene Vereine, die viele
Fans mit nach auswärts bringen, locken die meisten Heimzuschauer in die Stadien.
ProFans-Sprecher Sig Zelt dazu: „Die Fernsehdauerberieselung mit Fußball und das
Vergraulen von Gästefans wird den Vereinen noch einmal kräftig auf die Füße fallen. Es ist
doch absurd, des kurzfristigen Gewinns wegen Abstriche an der Attraktivität hinzunehmen.“
Philipp Wernick, einer der Initiatoren der SAM-Aktion, unterstreicht: „Für wen soll der
Spitzenfußball denn da sein, wenn nicht zuallererst für die treuen Fans, die Woche für
Woche ins Stadion gehen, um ihr Team aktiv zu unterstützen?“ Sig Zelt ergänzt noch einmal:
„Der dramatische Popularitätsrückgang bei der Formel 1 im Automobilrennsport zeigt, wie
schnell man das Rad überdrehen kann.“Wie bereits mitgeteilt, wird ProFans den SAM in dieser Saison nicht mehr monatlich, sondern
halbjährlich vergeben, um zu zeigen, welche Fanszenen übers Jahr ganz besonders
betroffen sind und für die Mehreinnahmen an Fernsehgeldern mit ihren eigenen
Urlaubstagen und oft auch höheren Reisepreisen zahlen.ProFans im August 2015
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Verlängerung in Bielefeld – Klage gegen Polizeieinsatz eingereicht
Der Polizeieinsatz nach dem Pokalspiel zwischen Arminia Bielefeld und Hertha B.S.C. am 28.10.2014 hat ein juristisches Nachspiel. Eine von den Maßnahmen der Polizei betroffene Person hat nun Klage eingereicht und wird dabei unterstützt.
Dazu erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.: „Als wäre das erneut blamable Ausscheiden aus dem DFB-Pokal im vergangenen Oktober nicht schon Strafe genug gewesen, setzte die Polizei nach Spielende mit ihrem Vorgehen dem Ganzen noch die Krone auf. Ein vollkommen aus dem Ruder gelaufener Polizeieinsatz beendete einen für alle Herthaner traurigen Abend in Bielefeld und ließ alle Betroffenen fassungslos zurück. Das Vorgehen der Einsatzkräfte wurde von unserer Seite schon ausführlich dargestellt und kritisiert (Meldung vom 30.10.2014). Bereits am selben Abend wurde deutlich, dass uns diese Vorfälle noch lange beschäftigen werden.Wir unterstützen die nun eingereichte Klage gegen diese aus unserer Sicht absolut ungerechtfertigten Maßnahmen der Polizei. Dieser in seiner Gänze überflüssige Polizeieinsatz darf nicht ohne eine genaue Nachbetrachtung zu einem Ende gebracht werden. Eine juristische Überprüfung der Vorgänge halten wir auch mit Blick auf die Zukunft für unausweichlich und dringend nötig. Polizeiliches Fehlverhalten muss konsequent aufgedeckt und verfolgt werden. Die Fanhilfe Hertha B.S.C. freut sich in diesem Zusammenhang sehr, dass der erfahrene Anwalt Rene Lau als Rechtsbeistand für dieses Verfahren gewonnen werden konnte.
Wir fordern alle Herthaner, die am kommenden Montag zum erneuten Pokalspiel nach Bielefeld reisen werden auf, sich nicht von den vor Ort eingesetzten Sicherheitskräften provozieren zu lassen und mit wachsamen Augen die Arbeitsweise der Polizei zu verfolgen. Sollten erneute Grenzüberschreitungen der Ordnungskräfte stattfinden, werden wir selbstverständlich weitere juristische Schritte dagegen einleiten.“
