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Ostkurve Hertha BSC sagt „Nein“ zur Bild-Kampagne
Wir fordern den Verein HERTHA BSC hiermit auf, der für den kommenden Spieltag angesetzten Aktion „Wir helfen“, welche von der einschlägig bekannten Zeitung mit den vier Buchstaben initiiert wurde, eine deutliche Absage zu erteilen. Unabhängig, wie man zur aktuellen Flüchtlingsthematik steht, darf sich der Verein durch solch eine heuchlerische Aktion nicht vor den Karren dieser Zeitung spannen lassen. Es ist überflüssig zu erwähnen, wie weltfremd diese Initiative erscheint, wo es doch genau jene Zeitung ist und war, die keine Gelegenheit auslässt, um Ausländer, Flüchtlinge, Randgruppen und Andersdenkende in die Ecke zu treiben und zu diffamieren. Den besten Beweis hierfür lieferte Chefredakteur Diekmann, der in diesem Zusammenhang sogar den FC St.Pauli an den Pranger und gleichermaßen seine Weltoffenheit in Abrede stellte, weil dieser sich aus gutem Grund an der Aktion nicht beteiligen wird. Der Verein selbst wurde immer wieder durch Halbwahrheiten dieser Zeitung in ein schlechtes Licht gerückt, sodass es noch absurder erscheint, dieser Zeitung auch noch Platz auf dem Trikot zu gewähren. Die Aktion ist nichts anderes als eine billige Marketingkampagne, die verpackt wird unter dem Deckmantel der Solidarität mit Flüchtlingen. Es ist erschreckend, wie geräuschlos und unbürokratisch diese Aktion auf den Weg gebracht wurde, ohne dabei abzuwägen, welchen Anteil an der fortwährend explosiven Debatte diese Zeitung durch seine Berichterstattung hat. Wir mahnen den Verein also an, dieser Kampagne keinen Platz zu gewähren, da sie schlicht und ergreifend von den Falschen ausgeht. Wer seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren will, darf jenen, die der Glaubwürdigkeit seit jeher abgeschworen haben, nicht auch noch Raum für ihre Werbung geben. Wir wollen auf unserem Trikot keine Werbung von diesem Hetzblatt!
Ostkurve Hertha BSC
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Ostkurven-Spieltag gegen Stuttgart
Liebe Herthaner,
seit der Saison 2002/2003 existiert unsere Kurve in der heutigen Form. Die Blöcke Q bis T und die Blöcke 37/38 des Oberrings sind seit dem die Heimat aller Herthafans, die unseren Verein lautstark, bunt und ideenreich anfeuern wollen.
Unsere Kurve ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, hier treffen in regelmäßigen Abständen die verschiedenen Charaktere und Menschen aufeinander. Lasst uns nicht jeder seine eigene Suppe kochen, lasst uns gemeinsam an einem Strang ziehen und für das Ziel, unsere Hertha zu unterstützen, noch näher zusammenrücken.
Wir alle, egal wie wir uns selber definieren, wir sind die Ostkurve!Kommt zum Fanstand vor der Ostkurve und werdet ein Teil des Ganzen, auch nach dem Spiel.
Ostkurve Hertha BSC
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Ehrung für Helmut Faeder
Vor etwas mehr als einem Jahr am 03.08.2014 verstarb Herthas Rekordtorschütze Helmut Faeder nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Auf Wunsch der Familie wurde damals von Hertha BSC im Stadion keine größere Gedenkveranstalltung abgehalten, weshalb wir umso erfreuter waren als der Verein die Idee des Förderkreis Ostkurve dankend annahm. Die Idee, den bisher namenlosen Sportplatz des SV Buchholz in „Helmut-Faeder-Sportplatz“ umzubennen, um so diesen verdienten Herthaner und Sportsmann zu ehren. Denn der SV Buchholz war neben der Alten Dame sein Heimatverein, bei welchem er in der Jugend selber kickte und sich nach der Wende auch aktiv um die Jugendförderung kümmerte.
Nach über einem Jahr Hintergrundgesprächen und durch gute Zusammenarbeit von Hertha BSC, dem SV Buchholz und der BVV-Fraktion der SPD, welche den Antrag in der Bezirksversammlung stellte, ist es nun endlich so weit. Am Samstag, dem 05.09.15 ab 9.00 Uhr beginnt auf dem Sportplatz in der Chamissonstr. 9-11, 13127 Berlin das jährliche Vereinsfest, bei welchem gegen 15.00 Uhr die feierliche Umbenennung stattfinden soll.
Wir freuen uns auf einen schönen Samstagnachmittag und danken nochmal allen Beteiligten, die dies möglich gemacht haben. Ehre, wem Ehre gebührt!
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ProFans für Menschenrechte und gegen Diskriminierung
„Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ – Diesen Satz nutzte ProFans bereits häufiger in Diskussionen, wenn es wieder einmal einen Aufschrei in der Öffentlichkeit zum Thema Sicherheit beim Fußball gab. Negative Erscheinungen finden sich eben in einem Stadion genauso wieder, wie im Alltag auch. Bestätigt wird dieser Satz leider aktuell durch Vorfälle in der ganzen Republik.
Warnt das Fanbündnis schon seit Längerem vor dem Erstarken rechter Kräfte in den Fankurven, sieht man eben diese Kräfte jetzt wieder gehäuft auf den Straßen und vor Flüchtlingsunterkünften. In den Stadien wollen engagierte Fans menschenverachtendes Denken fernhalten, doch
werden sie selbst vorwiegend als Sicherheitsrisiko behandelt, während die Zahl der braunen Rattenfänger steigt und steigt. Im Stadion wie überall. „Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, trifft es sehr deutlich.Für Fußballfans und allen voran Ultras ist die Fankurve jedoch ein bunter und kreativer Ort, an dem Ausgrenzung und Diskriminierung keinen Platz haben. Spieler und Spielerinnen aus der ganzen Welt tragen die Farben des Vereins, den man so liebt, die Freunde in der Fankurve haben verschiedene Hautfarben, Religionen und sexuelle Orientierungen. Die von uns gelebte Fankultur hat Einflüsse aus England und Südeuropa, aber auch aus Polen und vom Balkan. Unter der Woche staunen wir über YouTube-Videos aus Südamerika, Griechenland oder Afrika. Fußball verbindet, und so gibt es nicht wenige Freundschaften zu Fanszenen im Ausland. Fankultur lebt von „Multikulti“, von allen Einflüssen, aus denen man kreative Ideen für die Unterstützung seines Teams ziehen kann. Und nicht zuletzt vom großen Gemeinschaftsgefühl für die gemeinsame Leidenschaft.
Die ProFans angeschlossenen Gruppen eint ein antirassistischer Grundkonsens, dessen Anerkennung Voraussetzung für das Mitwirken jeder einzelnen Gruppe in der Fanorganisation ist. Dieser ist aktueller als je zuvor. Wie in den Kurven darf auch in der Gesellschaft kein Platz für Intoleranz und Diskriminierung sein! Viele Fangruppen engagieren sich deshalb auch außerhalb des Stadions für Flüchtlinge, helfen bedürftigen Menschen oder organisieren und beteiligen sich an Demos gegen Nazis.
ProFans wünscht sich, dass diese Aufgeschlossenheit und dieses Engagement nicht nur beim Fußball die Einstellung einiger Kurven und Fangruppen kennzeichne, sondern dass der Einsatz für Menschenrechte und gegen Diskriminierung in allen Stadien und darüber hinaus in unserer ganzen Gesellschaft wie auch seitens Politik und Medien selbstverständlich sei.
ProFans im August 2015

