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ProFans – Pressemitteilung 07. August 2014
ProFans unterstützt die neu gegründete Kampagne „Nein zu RB“ und ruft Fans und Vereine dazu auf, gegen die übermäßige Kommerzialisierung des Fußballs aktiv zu werden
Berlin, den 7. August 2014
Das unabhängige Bündnis ProFans unterstützt ausdrücklich die bundesweite Kampagne” Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn! ”, die sich primär gegen den 2009 gegründeten Verein „RasenBallsport Leipzig e.V.“ richtet.
Seit der Gründung des Vereins verfolgt der dahinter stehende Konzern „RedBull“ die Etablierung seines Brausegetränks auf dem deutschen Markt, wobei es ihm um reines Marketing geht. Mit dem Fußball, den die unzähligen Fans dieses Landes lieben und den damit einhergehenden Werten, hat das nichts mehr zu tun. „Das Beispiel RedBull kann maßgeblich für die zukünftige Entwicklung des Fußballs in Deutschland werden“, sagt Sandra Schwedler von ProFans. „Die 50+1 Regel ist bis zur Unkenntlichkeit verbogen worden. Die Liga, Fans und Vereine müssen sich fragen, ob man zu einer Konzernliga werden will oder nicht“, so Schwedler weiter.
Erst sah das die DFL allem Anschein nach ähnlich, störte sich an den vielen Ungereimtheiten innerhalb des Retortenvereins und versagte RB Leipzig nach deren Aufstieg in der Saison 2013/2014 die Zweitligalizenz.
„Leider zeigte sich schnell die Inkonsequenz der DFL, als diese nach einigen Schönheitskorrekturen innerhalb der Vereinsstrukturen und am Vereinslogo, die Lizenz dennoch vergab“, bedauert ProFans-Sprecher Alex Schulz.
Dass Vereine die von Konzernen oder Mäzen dominiert sind, einen enormen finanziellen Wettbewerbsvorteil für sich generieren steht dabei außer Frage. Für ProFans ist diese Entwicklung nicht mehr tragbar, denn noch nie war das Ungleichgewicht innerhalb der Profiligen größer und der Traditions- und Amateurfußball bedrohter. Der Fall RB Leipzig erscheint in der stetig voranschreitenden Entwicklung des deutschen Fußballs hin zu einem überkommerzialisierten Produkt, als eine Spitze des Eisbergs. Die aktiven Fanszenen stehen an einem Scheideweg. „Das Problem betrifft natürlich nicht nur die Fans und Vereine der 2. Liga. Alle Fußballfans des Landes sind gefragt, sich gegen diesen Ausverkauf der Fußball-Tradition zu wehren“, sagt Jakob Falk von ProFans.
ProFans ruft daher die Fans, aber auch die Vereine selbst, dazu auf, gegen RB Leipzig aktiv zu werden, die Kampagne „Nein-zu-RB“ zu unterstützen und dieser durch verschiedene Aktionen, Leben einzuhauchen.
Bitte beachten Sie die Internetseite der Kampagne: http://www.nein-zu-rb.de/
ProFans, im August 2014
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ProFans verleiht Fans des FC Sankt Pauli den Negativpreis „SAM“
Das bundesweite Fan-Bündnis verleiht den Fans des FC Sankt Pauli für den Monat August den Negativpreis „SAM“.
Das „SpielAnsetzungsMonster“ wird einmal im Monat von ProFans als Negativpreis an die Fanszene vergeben,
die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss.Die Fans vom FC Sankt Pauli müssen am 2. Spieltag, an einem Freitagabend zum VFR Aalen (631 km) und am 4. Spieltag, am Montagabend zur SpVgg Fürth (600 km) reisen. Weiterhin fordert ProFans von der DFL öffentliche Erklärungen zu einer ganzen Reihe von fanunfreundlichen Spielansetzungen im August 2014.

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DFB 9-Punkte-Papier ist eine Kriegserklärung gegen alle Fußballfans
Das vom DFB vorgelegte 9-Punkte-Papier ist an Populismus und Realitätsferne kaum zu übertreffen. Kollektivstrafen sollen weiter zementiert und alle Fußballfans in Deutschland einer völlig überzogenen und falschen „Gerichtsbarkeit“ des DFB unterworfen werden.
Dazu erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.: „Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wie man gemeinsam mit den bekannten Fanverbänden einen für alle Seiten konstruktiven Dialog auf Augenhöhe realisieren kann, verfasste man lieber erneut, ohne Not einen Plan, welcher die ohnehin schon bestehen Gräben zwischen Verband und Fans weiter vertieft.
Ein Papier, in dem der Einsatz von Pyrotechnik auf dieselbe Sanktionsstufe mit Rassismus, Gewalt und diskriminierende Äußerungen gehoben wird, ist die Tinte nicht wert. Völlig planlos werden Dinge miteinander vermengt, die inhaltlich rein gar nichts miteinander zu tun haben. Eine differenzierte Betrachtungsweise fehlt vollkommen. Der DFB macht es sich sehr einfach und wertet damit gleichzeitig rassistisches Verhalten in den Stadien zu einem Delikt wie jedes andere ab. Diese Gleichmacherei lehnen wir entschieden ab.
Ebenso darf die Rechtmäßigkeit der Umlage von Verbandsstrafen, wie im 9-Punkte-Papier gefordert, stark bezweifelt werden. Demnach müssten einzelne Personen die „Gerichtsbarkeit“ des DFB ausbaden. Denn diese bemisst die Strafe des Vereins anhand von zwei Kriterien: zum einen an dem Maß der Vorwerfbarkeit dem Verein gegenüber und zum anderen an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Vereins. Zwei Kriterien, die rein gar nichts mit dem einzelnen Fan und seiner Fähigkeit die Strafe zu tragen zu tun haben. Darüber hinaus wird die Rechtsstaatlichkeit unterlaufen, wenn dem Beschuldigten, wie vorliegend, nicht die Möglichkeit gegeben wird, sich zu den Anschuldigungen zu äußern bzw. die Strafe zu akzeptieren oder eben abzulehnen. Denn das übernimmt ja der Verein für ihn, welcher die Strafe akzeptiert und diese sich dann zurückholen können soll.
Kommen die Forderungen des 9-Punkte-Papiers zur Umsetzung, werden die Stadien zu vollständig überwachten Räumen ausgebaut. Denn die Formulierung „die Tataufklärung und Täterermittlung müssen immer möglich sein“, nimmt keine Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte von unbeteiligten Dritten. Gerade mit Blick auf die aktuellen Diskussionen zur ansatzlosen Massenüberwachung durch ausländische Nachrichtendienste zeigt sich, dass diesem Papier jeglicher Realitätsbezug fehlt.
Mit der Maßgabe, Zuschauerteilausschlüsse „in einen dynamischen Prozess Schritt für Schritt und in der Folge bis hin zu teilweisen oder vollständigen Zuschauerausschlüssen“ weiterzuentwickeln, begibt sich der DFB auf den Weg einer dauerhaften reduzierten Zuschauerzahl in den deutschen Fußballstadien. Mit solchen Verfahrensvorschlägen werden die undifferenzierten und völlig überzogenen Kollektivstrafen weiter zementiert und unbescholtene Fußballfans zu Opfern einer immer populistischer agierenden Selbstjustiz des Deutschen Fußballverbandes.“
Fanhilfe Hertha B.S.C.
Berlin, 28. Juli 2014
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ProFans – Pressemitteilung 24. Juli 2014
ProFans fordert die generelle Freigabe von Fanutensilien
Berlin, den 24. Juli 2014
ProFans fordert die generelle Freigabe von Fanutensilien für die Fans in allen Heim- und Gästekurven des Landes. In diesem Zusammenhang begrüßt ProFans, dass der DFB am gestrigen Tag endlich ein in der AG Fanbelange/Fanarbeit des DFB gemeinsam erarbeitetes Empfehlungsschreiben zur grundsätzlichen Freigabe von Fanutensilien an die Vereine verschickt hat.
ProFans-Sprecher Alex Schulz: „Das Schreiben ist ein wichtiges Zeichen für eine bunte Fankultur. Die Fan-Organisationen fordern gemeinsam mit dem DFB sowie Vertretern der Fanprojekte und Fanbeauftragten offiziell die Vereine auf, grundsätzlich auf Materialeinschränkungen zu verzichten. Nun sind die Vereine aber auch die politischen Entscheidungsträger gefragt, entsprechende Verordnungen im Sinne der Fans anzupassen.“
Das Ziel des Empfehlungsschreibens ist es, konkrete Mindestleitlinien zu schaffen, an denen sich die Vereine orientieren sollen. „Fußballfans, die fortwährend mit Verboten, teils sogar der eigenen Vereine, konfrontiert werden, sollen für den Dialog mit ihren Vereinen unterstützend eine offizielle Argumentationshilfe von Seiten der AG ‚Fanbelange/Fanarbeit‘ erhalten“, erläutert ProFans-Sprecher Jakob Falk. „Die Zeit der unsinnigen Stückzahl-Beschränkungen, peniblen Größenabmessungen und bürokratischen Voranmeldungen muss endlich vorbei sein. Es sollte das Normalste der Fußball-Welt sein, dass ein Fan, egal ob zuhause oder auswärts immer und überall seine Fahnen mit ins Stadion nehmen kann“, so Falk weiter.
Bei aller Freude äußert ProFans gleichzeitig auch Kritik am späten Zeitpunkt der Versendung. Bereits im April 2014 hatten sich alle Beteiligten darauf geeinigt, das Empfehlungsschreiben zeitnah gleichzeitig den Vereinen und dem Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit zukommen zu lassen. Im Zeitraum eines Jahres war das Schreiben vorher bereits vom „Fachbereich Fußballkultur“ und der Kommission „Prävention und Sicherheit“ des DFB bestätigt worden. Wenige Tage vor dem Start der dritten Liga konnten viele Vereine das Schreiben somit für die Saisonplanung und den Dialog mit ihren Fans im Vorfeld nicht nutzen. Wie zuletzt bekannt wurde, haben der SC Preußen Münster und der Wuppertaler SV neue Material-Einschränkungen gegen ihre Fans beschlossen.
„Das Thema Fanutensilien und ihre Freigabe sind ein sehr akutes Thema, wie die aktuelle Brisanz der Beispiele aus Münster und Wuppertal zeigen. Anstatt den im Sicherheitskonzept 2012 geforderten Dialog konstruktiv zu führen, werden pauschale und nicht nachvollziehbare Restriktionen sogar für Heimkurven erlassen.
Das ist eine neue Stufe der Repression gegenüber den aktiven Fans, die eventuell durch eine rechtzeitige Versendung des Empfehlungsschreibens vor dem Saisonstart der unteren Ligen hätte vermieden werden können“, sagt ProFans-Sprecherin Sandra Schwedler.Eineinhalb Jahre nach dem 12.12.2012 stellt ProFans fest, dass einige Vereine wieder in alte Verhaltensmuster gefallen sind, die vor allem restriktive Maßnahmen und oberflächlichen Dialog beinhalten. Aus Sicht von ProFans gibt es keine schlüssigen Argumente mit dem Verbot von Fanutensilien ganze Fanblöcke oder Kurven in Sippenhaft zu nehmen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Verbote nicht zielführend sind, sondern viel mehr kontraproduktiv wirken. Nicht umsonst wurde das sogenannte St-Pauli Modell gerade beim FC St. Pauli abgeschafft, da sich die aktiven Fans nicht erpressen lassen.
„Die Lösung kann und wird nicht in Verboten liegen, auch wenn manche Politiker und Sicherheitsbeauftragte in Law-and-Order immer noch ein Allheilmittel sehen“, fasst Sandra Schwedler zusammen.
ProFans fordert daher die Vereine auf, auf jegliche Einschränkungen bei Fanutensilien zu verzichten und erwartet von den Netzwerkpartnern der AG Fanbelange/Fanarbeit des DFB, dass sie Fußballfans – gemäß des veröffentlichten Schreibens – bei ihren Bemühungen um die Freigabe von Fanutensilien aktiv unterstützen.
Konkret fordert ProFans die Verantwortlichen in Münster und Wuppertal auf, die neuen Restriktionen zurücknehmen und den Dialog mit den lokalen Fankurven zu suchen.
ProFans, im Juli 2014

