Aktuelles

  • Hertha wärmt! – 2020

    Hallo Herthaner,
    wir möchten euch hiermit mitteilen, dass wir auch in diesem Jahr die bekannte Aktion „Hertha wärmt“ durchführen werden. Wie bereits in der vergangenen Saison wird unsere Sammelaktion vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund stattfinden.
    Wir möchten auch dieses Jahr, trotz der Covid19-Pandemie, unsere Solidarität mit den Bedürftigen unserer Stadt zeigen und haben daher gemeinsam mit der Berliner Stadtmission und Hertha BSC ein Hygienekonzept erstellt, sodass wir unter Einhaltung der gängigen Regeln eure Spenden annehmen können.

    Ihr findet uns am Samstag, den 21.11.2019, ab 12:00 Uhr auf dem Olympischen Platz, vor dem Stadioneingang am Osttor. Dort werden wir wieder mit dem LKW der Berliner Stadtmission bereitstehen und eure Kleider-/Sachspenden in Empfang nehmen. Mitarbeiter/innen der Berliner Stadtmission werden die Aktion begleiten und stehen ebenfalls für Fragen zur Verfügung.
    In der Zeit von 12:00 bis 16:00 Uhr nehmen wir gern folgende Kleider- /Sachspenden entgegen:

    Grundbedarf:
    Winterjacken
    Hoodies (Größe S-M-L)
    Herrenunterwäsche (Größe S-M-L)
    Lange Unterhosen (Größe S-M-L)
    Herrenschuhe (Größe 40-41-42-43-44)
    Mützen (bevorzugt schwarz/ dunkle Farben)
    Outdoorbekleidung/ Bundeswehrbekleidung
    Hygieneartikel z.B.: Zahnbürsten/Zahnpasta/Duschgel
    Einwegrasierer/Rasierschaum/Mundschutz
    Lebensmittel:
    Fleischkonserven
    Nudeln (Spirellis)
    Zucker
    Milch
    Früchtetee
    Trocken-bohnen/-linsen/-erbsen
    Kekse
    Schokolade
    Highlights:
    Zelte
    Isomatten
    Schlafsäcke
    Rucksäcke
    „Zusatzbedarf“:
    Taschenlampen/passende Batterien
    Thermoskannen/Thermobecher
    Powerbank
    Kopfhörer/Headset
    Universalladekabel für Handys + Netzstecker

    Für diejenigen, die uns finanziell unterstützen möchten, haben wir unter dem Link Hertha wärmt! – 2020 einen PayPal Moneypool eingerichtet. Die Geldspenden werden nach Abschluss der Sammelaktion an die Berliner Stadtmission weitergeleiten und vorallem für notwenige Kleidung (z.B.: Unterwäsche) verwendet.
    Gerne könnt ihr euch unter www.berliner-stadtmission.de informieren, was mit euren Spenden geschehen wird.

    Berliner halten zusammen!
    Ha Ho He, Harlekins Berlin `98 im November 2020


  • Hertha BSC Mitgliederversammlung

    Hertha BSC Mitgliederversammlung

    Hallo Herthaner,

    am kommenden Sonntag den 25. Oktober findet um 11 Uhr die Mitgliederversammlung des Hertha BSC e. V. in unserer Ostkurve statt.

    Dass die Mitgliederversammlung das höchste Organ unseres Vereins ist, sollte jedem Herthaner und jeder Herthanerin deutlich machen, dass ein Erscheinen obligatorisch ist. Des Weiteren wird am Sonntag auch die Präsidiumswahl durchgeführt, einschließlich der Wahl zum Präsidenten.


    Zu den zur Wahl stehenden Personen wurden Steckbriefe veröffentlicht, in denen Ihr Euch im Voraus ein Bild machen könnt. Diese findet Ihr unter:

    https://www.herthabsc.de/mitgliedschaft/mitglieder/kandidaten-praesidiumswahl-oktober21/page/209–20-20-.html

    Nehmt eurer Mitbestimmungsrecht im Verein wahr – kommt vorbei!

    Ha Ho He,
    Euer FKO-Team


  • Stellungnahme zur Wiederzulassung von Zuschauern

    Stellungnahme zur Wiederzulassung von Zuschauern

    Hallo Herthaner!


    Das Ausleben einer lebendigen, bunten und lautstarken Fankultur wird in deutschen Stadien für längere und nicht absehbare Zeit unmöglich sein. Abstandsregelungen und Obergrenzen für Zuschauerzahlen stehen dem Stadionerlebnis, das wir kennen und uns wünschen, komplett entgegen. Deswegen werden wir Ultras aus der Ostkurve keine Ticketkontingente wahrnehmen und nicht organisiert im Stadion auftreten, solange der Normalzustand in den Stadien gesundheitspolitisch nicht vertretbar ist.


    Es hat uns Ultras immer ausgemacht, dass wir Maßnahmen kritisch hinterfragen und auf die Einhaltung von Freiheitsrechten für Fans jeglicher Couleur pochen. Die Maßnahmen, die der Leitfaden der DFL zur Wiederzulassung von Zuschauern vorsieht oder die darüber hinaus aktuell diskutiert und entschieden werden sollen, wie das Verbot von Gästefans, von Stehplätzen und die Personalisierung von Tickets haben wir stets abgelehnt und wir werden es auch weiterhin tun. Für die Mitarbeit an einem Zuschauerkonzept, welches auf solchen Maßnahmen fußt, stehen wir Ultras nicht nur nicht zur Verfügung, sondern lehnen dies auch vehement ab. Während jeder Bürger dieses Landes frei reisen darf, soll Fußballfans – unter dem Vorwand das Reiseaufkommen reduzieren zu wollen – ein pauschales Verbot zum Auswärtsfahren erteilt werden und die Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen soll nur auf Sitzplätzen zu gewährleisten sein. Obwohl der Leitfaden der DFL zur Wiederzulassung von Zuschauern den Fans attestiert, dass „der Fußball stark von seinen Emotionen und den Zuschauern im Stadion lebt“ und die Bundesliga ihre internationale Anerkennung auch den engagierten Fanszenen verdanke, sind es dennoch eben jene, die durch diese Verbote erneut als „verantwortungslos“ stigmatisiert werden. Und das obwohl organisierte Fußballfans deutschlandweit im Zuge der Corona-Krise schnell und selbstlos soziale Verantwortung für die Gesellschaft, deren Teil wir sind, übernommen haben.


    Trotz unserer Ablehnung wollen wir definieren, was für uns erforderlich ist, damit nach dem Ende der Pandemie die Rückkehr zu einem organisierten Auftreten im Stadion für uns möglich sein wird. Mit der Diskussion um eine Wiederzulassung von Zuschauern werden neue Sicherheitsmaßnahmen diskutiert und längst vergessen geglaubte Gespenster, etwa die Verwendung von Nacktscannern oder die Personalisierung von Eintrittskarten, schleichen sich wieder auf die Tagesordnung. Die Corona-Pandemie darf nicht als Vorwand genutzt werden, um durch die Hintertür der Krisenbekämpfung neue Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen dauerhaft einzuführen. Deshalb fordern wir einen klar definierten Mechanismus, der das Zurückfahren aller möglichen neuen Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen gewährleistet! Auch die nun wieder diskutierten Gäste- und Stehplatzverbote werden in unregelmäßigen Abständen von den Sicherheitsorganen ins Feld geführt. Ein zeitweises Entgegenkommen stellt ein Einfallstor für den normalisierten Gebrauch dieser Maßnahmen dar und kann daher nicht entschieden genug zurückgewiesen werden.


    Der Leitfaden der DFL zur Wiederzulassung von Zuschauern scheint vor allem einem entgegenwirken zu wollen:


    Als die Bundesliga im Mai mit der Fortsetzung des Spielbetriebs unter Zuschauerausschluss begann, wurden vor allem die Fernsehgelder als absolut überlebensnotwendige Einnahmen für die Fußballvereine angeführt und damit die massive Abhängigkeit des Fußballs von dem stetig wachsenden Einfluss der Fernsehindustrie endgültig entlarvt. Damit sah es jeder Stadionbesucher schwarz auf weiß, dass die Fans im Stadion gegenüber den Liveübertragungen im Fernsehen in den Hintergrund geraten sind.


    Um die draus resultierenden Proteste verstummen zu lassen und die Fans zu befrieden, sollen nun wieder schrittweise Zuschauer zugelassen werden, sowie Fans an der Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen zur Wiederzulassung von Zuschauern mitwirken. Durch diesen Fokus werden die eigentlichen Probleme des Profifußballs verdrängt. Ein Leitfaden, der sich konkret mit den von Fanseite aus angestoßenen Reformideen beschäftigt, fehlt bezeichnenderweise nach wie vor.


    Nach anfänglicher Demut und vollmundigen Versprechungen bringen sich nun schon Vereinsvertreter in Stellung, um jegliche Reform des Systems Fußball von vornherein zu verhindern und die Fans, die genau diese Reformen fordern, in Misskredit zu bringen. Die gerechtere Verteilung der TV-Gelder und Medienerlöse, ein Bekämpfen der faktischen Umgehung der 50+1-Regel und verbindliche Maßnahmen für ein nachhaltigeres Wirtschaften im deutschen Profifußball sind die Probleme, die angegangen werden müssen. Die Reform des Systems Profifußball darf nicht in Vergessenheit geraten, noch bevor sich auch nur das erste Mal mit dem Thema auseinandergesetzt wurde.


    Ultras Berlin im August 2020


  • “Spendet Becher – Rettet Leben” 2020

    “Spendet Becher – Rettet Leben” 2020

    Hallo Herthaner!

    Wir blicken aufgrund der Corona- Pandemie auf außergewöhnliche Monate zurück,  in denen jeder von uns erhebliche Einschränkungen in allen Lebensbereichen hinnehmen musste, um die Gemeinschaft bestmöglich vor der Gefahr gesundheitlicher Schäden zu schützen. 

    Für uns Herthaner bedeutete dies, die Spiele unseres Vereins Hertha BSC nicht mit Freunden im Stadion verfolgen zu können, uns gemeinsam zu ärgern  und gemeinsam zu freuen.  Unsere Liebe zu Hertha BSC ist uns allen wichtig, aber wesentlich wichtiger ist die Gesundheit jedes Einzelnen. 

    Wie schnell Menschen an einer schweren Krankheit erkranken können, mussten wir 2005 durch die Leukämie- Diagnose unseres Freundes Benny erfahren. Über Monate versuchten wir gemeinsam mit vielen anderen Fanszenen, Bennys Freunden und Familie mittels Spendensammlungen und Typisierungen Benny auf dem Weg zur Genesung zu unterstützen. Leider hat Benny den Kampf gegen den Krebs nicht gewinnen können. Wir denken an dich Benny und sind unendlich dankbar, dich gekannt zu haben. Du bleibst in unserer Mitte!

    Jedes Jahr gibt es zwei Tage, an denen wir gemeinsam als Fanszene an Benny erinnern. Der „Remember-Benny Cup“ in der Sommerpause und die Spendensammelaktion im Stadion „Spendet Becher – Rettet Leben“  zum Ende einer jeden  Saison. Der gesammelte Spendenbetrag wird stets an eine gemeinnützige Gesellschaft, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen in Notsituationen oder mit Erkrankungen zu helfen, gespendet. 

    Für uns als Gruppe war klar, auch wenn wir aktuell nicht im Stadion Spenden sammeln können, wird „Spendet Becher – Rettet Leben“ in diesem Jahr nicht ausfallen, zu relevant ist die Aktion für uns alle! 

    Deswegen entschieden wir uns einen Money-Pool bzw. das FKO-Konto zu verwenden, auf welches  jeder einen selbstgewählten Betrag hin überweisen konnte. 
    Der diesjährige Erlös wird an die Berliner Krebsgesellschaft e.V.  übergeben, welche schon seit mehr als 60 Jahren in unserer Stadt grandiose Arbeit leistet. Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. bietet ein breites Spektrum an Beratungsangeboten für Betroffene und ihre Familien. So können sich an Krebs erkrankte Personen psychosozial beraten lassen, Kinder von erkrankten Eltern werden in der schwierigen Zeit unterstützt und es können allgemeine Informationen zur Thematik eingeholt werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird auch auf die Beratung und Unterstützung von Menschen gelegt, wie das Leben mit der Diagnose „Krebs“ bestmöglich geführt werden kann. Auch sind die präventive Arbeit und die Unterstützung der Forschung Aufgaben, derer sich die Berliner Krebsgesellschaft e.V. intensiv widmet. 

    Durch die Arbeit der Berliner Krebsgesellschaft e.V. erhalten viele Menschen eine lebenswichtige Unterstützung und Orientierung im Leben mit der Erkrankung und auf dem Weg zur Heilung. 
    Wie wichtig „Spendet Becher- Rettet Leben“ der gesamten Fanszene von Hertha BSC und Fans anderer Vereine geworden ist, hat die enorm hohe Beteiligung an der diesjährigen Spendenaktion gezeigt. 
    Insgesamt können wir 26.000€ an die Berliner Krebsgesellschaft e.V. überweisen, was alle unsere Erwartungen weit übertroffen hat! 

    Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben! 

    Die Spenden teilen sich wie folgt auf: 
    19.685,48 € über den Money-Pool,  3.819,37 € wurden auf das FKO-Konto überwiesen, was eine Summe von 23.504,85 € ergab. Hertha BSC rundete den Betrag auf 25.000 € auf und wir als Harlekins Berlin’98 gaben auch noch einmal 1.000 € hinzu.  

    Wir hoffen, im nächsten Jahr wieder „Spendet Becher – Rettet Leben“ bei uns im Olympiastadion mit EUCH allen durchführen zu können. Bis dahin bleibt bitte alle gesund!

    Niemals vergessen – Weiter helfen – Leben retten! 

    Harlekins Berlin ’98 im Juli 2020


  • In der Krise beweist sich der Charakter

    In der Krise beweist sich der Charakter

    Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.

    Wiederaufnahme des Spielbetriebs

    Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

    Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

    Veränderungen

    „Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

    Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

    • Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

    Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

    • Rücklagen

    Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

    • Gehalts- und Transferobergrenzen

    Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

    • Einfluss durch Berater beschränken

    Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

    Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

    Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

    Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

    Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

    Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

    • Kader begrenzen

    Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

    Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

    Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

    Fanszenen Deutschlands im Mai 2020