Es war wieder soweit, der Förderkreis Ostkurve lud zum mittlerweile 4. Treffen am 17.11.07 ein. Die Resonanz und das Interesse waren diesmal jedoch besonders groß, sodass viele Besucher, die nicht nur aus FKO-Mitgliedern, sondern auch aus unorganisierten Fans, bekannten Ordnern aus der Kurve, der Fanbetreuung und dem Fanprojekt bestand, trotz zusätzlich bereitgestellter Bänke stehen mussten. Dies lag vor allem an den angekündigten Themen.

Diskussionsabend mit 140 Fans der aktiven Hertha-Szene
Zu Beginn wurde kurz über die Mitgliederstruktur informiert. Der erste heiße Themenpunkt umfasste jedoch die anschließende Zusammenfassung des Gesprächs mit einem Anwalt, welcher sich auf Vorfälle in Zusammenhang mit Fußball spezialisiert hat. Dieser informierte bereits am Donnerstag, den 15.11.07, betroffene Fans des Polizeieinsatzes am Hamburger Hauptbahnhof über Ihre Rechte, mögliche Vorgehensweisen bei Körperverletzungen und den allgemeinen Umgang mit der Polizei. Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Veröffentlichung vom 19.11.07. Außerdem versprach die Fanbetreuung, dass sich der Verein noch im Laufe dieser Woche zu den Ereignissen in Hamburg positionieren wird.
Ein weiterer Punkt war die geplante Demo gegen Repression im Vorfeld des Spiels Karlsruher SC gegen Hertha BSC. Sowohl Ablauf als auch Intention wurde noch einmal näher erläutert. Da die Demo nicht über einen Fanclub sondern über eine Privatperson angemeldet wurde, wurden alle Teilnehmer gebeten, wenig oder möglichst nichts bei der Anfahrt zu trinken, um nicht das typische Klischee eines Fußballfans zu erfüllen und um bei besonderen Vorfällen nicht den Veranstalter in Verruf zu bringen.
Die Harlekins begannen im Anschluss die Diskussion über die aktuelle Situation in der Ostkurve mit einer ausführlichen Stellungnahme. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Gruppen keinen Boykott veranstalten, sondern dass es ein Zeichen der Resignation ist, wobei die Stadionverbote von Stuttgart-Spiel nur der letzte Punkt einer langen Liste von Streitpunkten mit dem Verein waren. Auch die anderen Gruppen äußerten ihre Beweggründe, die Kurve zu verlassen und bis mindestens März die Spiele im Oberring zu verfolgen. Eine Rückkehr würde auf jeden Fall angestrebt werden, jedoch nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden sollten. Dazu gehört, dass alle Stadionverbote vom Stuttgartspiel nach einem halben Jahr auslaufen, was von der Fanbetreuung mit dem Duisburgspiel als Termin bestätigt wurde, und eine Änderung bei der Vergabe von Stadionverboten.

Die zweite Forderung führte zu einem interessanten Gespräch mit der anwesenden Fanbetreuung, die bestätigen konnte, dass der Verein bereits eine Reform bei der Vergabe von Stadionverboten beschlossen hat, in der viele Forderungen der Fanszene Einzug fanden, man über einige strittige Punkte jedoch zumindest nochmals miteinander reden möchte. Die genannte Reform tritt laut Donato bereits ab dem Leverkusen-Spiel in Kraft. Eine der wichtigsten Änderungen wird es bei den Anhörungen geben. Diese finden dann sowohl für die eigenen als auch für die Gästefans vor der eventuellen Aussprache eines Stadionverbotes statt, d.h. dass jedem Fan im Vorfeld die Möglichkeit gegeben wird, sich zum entsprechenden Ereignis zu äußern und die Umstände aus seiner Sicht zu schildern.
In welchem Umfang sich diese Tatsache jedoch wirklich strafmildernd auswirkt, bleibt abzuwarten. Jedoch wurde damit ein erster wichtiger Schritt getan. Außerdem wird für die gesamte Liga die Länge der Stadionverbote neu geregelt. So wird es bei schwerwiegenden Fällen ein Verbot von 3 Jahren, bei minderschweren Fällen ein Jahr geben.
Nach der folgenden wohlverdienten Pause stellte sich das noch Fanprojekt vor, das den Anwesenden seine Arbeit und Aufgaben erklärte. Desweiteren wurde noch über einen geplanten Maltag für Doppelhalter und Fahnen informiert.
Nach dem offiziellen Teil lies man das Treffen mit dem Spiel Schottland gegen Italien ausklingen.
Wir bedanken und nochmals für das große Interesse, das zeigt, dass das Fanszene-Treffen des FKO inzwischen sehr gut angenommen wurde und freuen uns bereits auf das nächste Treffen.
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Förderkreis Ostkurve e.V.
