Pressemitteilung
ProFans lässt nicht locker: Fußball für die Fans! Für fangerechte Spieltermine!
Berlin, 13. August 2015
Zum Saisonstart der 1. Bundesliga wendet ProFans sich erneut öffentlich gegen die
Spieltagszersplitterung und gegen Wochentagsspiele der Liga, nachdem bereits am
Pokalwochenende in vielen Stadien Spruchbänder mit der Forderung nach fanfreundlichen
Spielterminen zu sehen waren.
Höheren Fernseheinnahmen zuliebe werden die Spieltage der ersten Ligen zunehmend auf
viele Termine verteilt. Damit nimmt die DFL auf die Bedürfnisse der mitreisenden Fans
herzlich wenig Rücksicht. Ganz davon abgesehen, sind Wochentagsspiele auch für viele
Heimzuschauer problematisch. Allerdings steht nicht der Ligaverband allein in der
Verantwortung, sondern ebenso die ihm angehörenden Vereine selbst sowie der DFB.
ProFans-Sprecher Jakob Falk erklärt: „Auch der DFB muss deutlich kritisiert werden. Die
Anstoßzeiten im DFB-Pokal und sogar in der 3. Liga sind zum Teil eine üble Zumutung für
aktive Fans. Während über künftige Montagsspiele in der 1. Liga diskutiert wird, terminiert
der DFB bereits seit Jahren Pokalspiele der 1. Runde auf den Montag.“
Seit vielen Jahren liegt der Vorschlag von ProFans auf dem Tisch, an Freitag- und
Sonntagabenden wenigstens solche Spiele bevorzugt anzusetzen, bei denen die Entfernung
zwischen den Heimatstädten der Vereine nicht mehr als 300 km beträgt. Bei größeren
Entfernungen müssen die meisten der mitreisenden Fans für Spiele am Freitag- oder
Sonntagabend einen Urlaubstag opfern, für Spiele an Wochentagen sogar zwei.
Wie die Auswertung der Aktion um den Negativpreis „SAM“ (SpielAnsetzungsMonster)
ergab, traf es in der vergangenen Saison in der 1. und 2. Bundesliga insgesamt 10 Vereine,
deren Anhänger allein für die Ligaspiele zwischen einer und zwei vollen Urlaubswochen
daransetzen mussten, wenn sie zu allen mitreisen wollten. Unfreiwillige „Spitzenreiter“ in
dieser Auflistung sind die Fanszenen von Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli mit
jeweils 10 Tagen, gefolgt vom FC Augsburg, dem SC Freiburg und den beiden Berliner
Vereinen Hertha BSC und 1. FC Union.
Selbst in der dritten Liga gibt es noch drei Vereine, deren Fans für die Auswärtsspiele eine
Woche Urlaub oder länger einplanen mussten. Beispiele wie Fortuna Köln oder Rot-Weiß
Erfurt (6 Tage) zeigen, dass auch mitnichten nur Vereine aus fußballerisch „abgelegenen“
Orten betroffen sind. Für die Fans ist das eine Zumutung, und auch der Sicherheit dient es
nicht, wenn vor allem familiär und beruflich gebundene Anhänger wegbleiben.
Die immer wiederkehrende Suggestion, Gästefans seien vor allem eine Bedrohung der
Sicherheit, ist ohnehin verfehlt, denn nichts trägt so stark zu einer emotionalen
Zuschauerkulisse bei wie ein stimmungsvoller Gästeblock. Gerade jene Vereine, die viele
Fans mit nach auswärts bringen, locken die meisten Heimzuschauer in die Stadien.
ProFans-Sprecher Sig Zelt dazu: „Die Fernsehdauerberieselung mit Fußball und das
Vergraulen von Gästefans wird den Vereinen noch einmal kräftig auf die Füße fallen. Es ist
doch absurd, des kurzfristigen Gewinns wegen Abstriche an der Attraktivität hinzunehmen.“
Philipp Wernick, einer der Initiatoren der SAM-Aktion, unterstreicht: „Für wen soll der
Spitzenfußball denn da sein, wenn nicht zuallererst für die treuen Fans, die Woche für
Woche ins Stadion gehen, um ihr Team aktiv zu unterstützen?“ Sig Zelt ergänzt noch einmal:
„Der dramatische Popularitätsrückgang bei der Formel 1 im Automobilrennsport zeigt, wie
schnell man das Rad überdrehen kann.“
Wie bereits mitgeteilt, wird ProFans den SAM in dieser Saison nicht mehr monatlich, sondern
halbjährlich vergeben, um zu zeigen, welche Fanszenen übers Jahr ganz besonders
betroffen sind und für die Mehreinnahmen an Fernsehgeldern mit ihren eigenen
Urlaubstagen und oft auch höheren Reisepreisen zahlen.
ProFans im August 2015
