Kategorie: Profans

  • Umgang mit RB Leipzig

    HaHoHe Herthaner!

    Die neue Saison steht vor der Tür und wie jedes Jahr ist das Teilnehmerfeld durch die Auf- und Abstiege neu gemischt.
    Wir alle freuen uns, dass es wieder zu Gegnern geht, mit denen man sich länger nicht gemessen hat, sowohl auf dem Spielfeld, als auch auf den Rängen.

    In diesem Jahr ist jedoch auch ein Team dabei, welches noch nie in der 1. Bundesliga mitgemischt hat und das aus gutem Grund. Die Rede ist von RB Leipzig.

    Bereits in den vergangenen Jahren richtete sich massiver Protest gegen dieses Konstrukt, dieser reichte vom Totalboykott bis hin zu kreativen Aktionen vor Ort.
    Wir wollen gemeinsam mit allen interessierten Herthanern diskutieren und eine Lösung finden, wie wir diesem Konstrukt entgegentreten können!

    Kommt daher am Sonntag, den 04.09.2016 um 13Uhr in das Fanprojekt Berlin, Cantianstraße 25 und bringt euch in die Diskussion ein!
    (Für Getränke und Essen vom Grill zu fanfreundlichen Preisen ist gesorgt.)

    Gemeinsam gegen RB Leipzig und für den Fußball den wir lieben,

    AG ProFans Hertha BSC
    Ostkurve Hertha BSC
    Harlekins Berlin 1998
    Hauptstadtmafia 2003
    Dynamic Supporters Berlin 2005

  • ProFans: Fankultur und Rechtsextremismus nicht vereinbar

    Berlin, den 14.08.2016

    ProFans hat erfahren, dass es in Berlin im Zuge der Wahlen zum Abgeordnetenhaus erneut Plakate der rechtsextremen NPD gibt, mit denen die nationalistische Partei versucht, sich durch das Thema „Fankultur“ bei Fußballfans zu profilieren. Auf dem Plakat steht wörtlich „Pyrotechnik nicht kriminalisieren“ und „Fankultur erhalten“. Die NPD greift damit grundsätzliche Forderungen und Formulierungen der Arbeit von ProFans und weiteren fanpolitisch aktiven Organisationen und Gruppen auf.
    Das deutliche Erstarken des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in der Gesellschaft ist sehr besorgniserregend und gefährlich. Alle Teile der Gesellschaft sind daher aufgerufen, in ihren Bereichen Widerstand zu leisten und Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Toleranz zu verteidigen. Der Wirkungsbereich von ProFans sind die Fußballstadien des Landes. Hier sind die Fans aufgerufen, sich gegen Rechtsextremismus und -populismus zu positionieren und engagieren.

    Offenbar versucht die NPD erneut nicht nur rassistische Fußballfans für ihre Partei zu gewinnen, sondern auch bei Fans, die sich als „unpolitisch“ bezeichnen, Sympathisanten zu gewinnen. Während andere Parteien Fußballfans hauptsächlich als Sicherheitsrisiko behandeln und nutzen, wählt die NPD bewusst Slogans der aktiven Fanszene und Ultràbewegung. ProFans-Sprecher Jakob Falk: „Wir betonen unablässig, dass Rechtsextremismus mit unserer Fankultur nicht vereinbar ist. Nazis und Rassisten sind Feinde unserer aktiven, kritischen, lautstarken und bunten Fankultur. Wer rechts wählt, wählt gegen unsere Fankultur.“

    Es ist zu vermuten, dass die NPD im Wahlkampf auch wieder vor Stadien auftauchen und ihre ideologischen Flyer verteilen wird. „Alle Fußballfans sind aufgerufen, sich gegen diese Einmischung von rechts in die Fankultur zu wehren. Lasst Euch nicht blenden! Entsprechende Versuche der Nazis vor den Stadiontoren müssen verhindert werden“, sagt Sig Zelt, Pressesprecher von ProFans.

    ProFans ruft zur Solidarität mit allen antirassistisch engagierten Fußballfans auf. An vielen Standorten gibt es aktive Gruppen und Projekte, die sich gegen Diskriminierung einsetzen und sich z.B. um die Unterstützung von geflüchteten Menschen bemühen. „Die bestehenden antirassistischen Strukturen und Gruppen müssen dringend gestärkt werden. Aktive Fans in den Stadien dürfen mit ihrem Engagement nicht allein gelassen werden. Sie müssen gegen Angriffe von rechts geschützt werden und brauchen mehr Handlungsspielräume. Die Verantwortlichen der Verbände, Vereine, der Polizei und Politik sollten bedenken, dass viele der bestehenden Repressionen gegen Fußballfans auch ihr antirassistisches Engagement stark beeinträchtigen“, sagt Jakob Falk.

    Für ProFans gilt bei diesem Thema nur ein Motto:

    Kein Fußball den Rassisten!

    ProFans, im August 2016

  • ProFans fordert die Aufhebung der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht Frankfurt

    Berlin, den 28. April 2016

    Das Bündnis ProFans kritisiert die im Vorfeld der Begegnung SV Darmstadt 98 – SG Eintracht Frankfurt angekündigte Allgemeinverfügung aufs Schärfste und stellt die Rechtmäßigkeit dieser völlig überzogenen Maßnahme in Frage. Eine Allgemeinverfügung, welche die Rechte einer ganzen Fangemeinschaft im Kollektiv beschneidet, kann niemals im Sinne rechtsstaatlicher Prinzipien erlassen werden. Abgesehen davon, dass einzelne Aufenthaltsverbote ohnehin schon als fragwürdig betrachtet werden können, stellt diese erweiterte Form, eine ganze Gemeinschaft von Gästefans in ihrer Freiheit einzuschränken, eine neue Repressionsstufe dar. Es drängt sich hierbei der Eindruck auf, dass die Einschränkung der grundrechtlich geschützten Bewegungsfreiheit gar nicht eigenständigen Sicherheitserwägungen folgt, sondern in Wahrheit vielmehr das vom DFB verfolgte Prinzip der Kollektivbestrafung durchsetzen soll: Nach der Bestrafung des Deutschen Fußball-Bundes, wonach die Frankfurter Fans am Samstag bei ihrem Auswärtsspiel in Darmstadt den Gästeblock nicht betreten dürfen, berufen sich die Verfechter dieser Allgemeinverfügung auf genau dieses vom Verband gefällte zweifelhafte Urteil.

    Nun dürfen Eintracht-Fans noch nicht einmal nach Darmstadt reisen bzw. sich in der Stadt aufhalten. Schon die bloße Durchfahrt mit einem Eisenbahnzug etwa von Heidelberg nach Frankfurt wird durch die Verfügung grundsätzlich untersagt. Sowohl die Definition des betroffenen Personenkreises als auch der möglichen Ausnahmen ist derart unscharf gehalten, dass sie willkürlichen Entscheidungen Tür und Tor öffnet. Es bleibt gar eine Frage der Auslegung, ob nicht auch die Spieler des Gastvereins unter das Aufenthaltsverbot fallen. Die Begründung der Allgemeinverfügung lässt außerdem vermuten, dass diese absichtlich und ohne sachlichen Grund derartig kurzfristig erlassen wurde, nur um zu verhindern, dass etwaige erfolgreiche Klagen dagegen noch vor dem Spieltag rechtswirksam werden können.

    „Die Stadt Darmstadt sanktioniert mit der Verfügung eine Personengruppe von sechsstelliger Zahl, nicht nur ihrer freien Meinungsäußerung, sondern allein schon ihrer Gesinnung wegen, indem sie das Recht des Aufenthalts im Stadtgebiet davon abhängig macht, welchem Fußballverein man zuneigt. Dieser Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit ist skandalös“, kritisiert ProFans-Sprecher Sig Zelt. Bereits im Vorfeld des Gastspieles von Hertha BSC hatten die Darmstädter Behörden deutlich erkennen lassen, dass Gästefans – ohne Rücksicht auf ihr persönliches Verhalten – in der Stadt nicht willkommen sind. „Traurig,“ so Sig Zelt weiter, „dass DFB und DFL, obwohl sie sich öffentlich einer Willkommenskultur für Gästefans verschreiben, hier offenbar keinen Anlass sehen, sich auf die Seite der pauschal diskriminierten Fans zu stellen.“

    „Wir haben den Eindruck, dass die Einschränkung von Bewegungsfreiheit den Behörden zunehmend als das probateste Mittel erscheint, um in ihren Augen für Ruhe und Ordnung zu sorgen“, bemerkt ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika und verweist in dem Zusammenhang auf die zuletzt immer häufigeren Fälle, bei denen Gruppen von Fans wegen in die Länge gezogener Kontrollen deutlich später ins Stadion gelangten oder mit fadenscheinigen Begründungen zurückgeschickt wurden und das Spiel vor Ort nicht sehen konnten.

    Angesichts dieser Entwicklungen wirken verbandsinterne Dialogangebote an die Fans oder von Politikern ausgerufene „Fußballgipfel“ wie pure Heuchelei. Dazu ProFans-Sprecher Nicolai Mäurer: „Aus welchem Grund sollten wir uns wieder mit den Verbänden oder gar den Behörden an einen Tisch setzen, wenn den Verantwortlichen nichts Besseres einfällt, als sich hinter der Ausrede von den Sachzwängen zu verschanzen und sie uns an jedem Spieltag mit neuen Repressionen in den Rücken fallen und versuchen, die Fans gegeneinander aufzuhetzen?“

    ProFans im April 2016