Kategorie: Profans

  • ProFans – Richtigstellung zur letzten Pressemitteilung

    Richtigstellung zur letzten Pressemitteilung

    24. Januar 2017

    In der Sache richtig, im Detail falsch. Leider haben wir uns auf nicht ausreichend geprüfte Informationen verlassen und von daher statt des Vereins die Fanszene des FC Hansa Rostock als Urheberin der Bilderaktion bezeichnet sowie die Anzahl der Geisterspiele verdoppelt. An unserer Kritik und Forderung gegenüber dem DFB ändert dies nichts.

    ProFans im Januar 2017

  • Pressemitteilung ProFans: ProFans kritisiert das Verbot einer Bilderaktion von Fans des FC Hansa Rostock durch den DFB

    Die Fanszene des FC Hansa Rostock versucht kreativ gegen einen vom
    Sportgericht des DFB verhängten Zuschauerausschluss für zwei Spiele zu
    protestieren.

    Dies soll zum einen in Form von Geistertickets und zum anderen mit einer
    Bilderaktion in den gesperrten Blöcken umgesetzt werden. Hierbei soll jedes
    Bild für einen ausgeschlossen Fan stehen.

    Nachdem der Verein die erste Verbotsbegründung wegen angeblicher
    Brandgefahr ausgeräumt hatte, wurden andere Gründe gesucht und letztlich
    gefunden, um die kreative Aktion der Fans zu unterbinden. Dabei wurde sich
    auf ein Urteil des verbandseigenen Sportgerichts berufen, welches besagt,
    dass bei Blocksperren keine Banner, Fahnen oder ähnliches in den Blöcken
    hängen dürften.

    „Damit hat der DFB sich durch seine interne Rechtsprechung selbst die
    Legitimation zu solchen Strafen gegeben, ohne dass dieses Vorgehen in den
    Statuten festgelegt ist“, kritisiert ProFans-Sprecherin Gloria Holborn das
    Verständnis von Gewaltenteilung innerhalb des DFB.

    Den Fans vom FC Hansa Rostock wurde somit die Möglichkeit genommen, gegen
    die Sanktionen zu protestieren und sich eine Stimme in der Angelegenheit zu
    verschaffen. „Wir kritisieren Kollektivstrafen seit Jahren und beanstanden
    das damit intendierte Auseinanderfallen von Kurvengemeinschaften. Die
    Hansa-Fans zeigen, dass sie nicht bereit sind, sich durch zweifelhafte
    Kollektivstrafen auseinander bringen zu lassen und werden dafür in ihrer
    Meinungsfreiheit beschränkt,“ so ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika.

    Für mehr Verständnis und Transparenz gegenüber der DFB-Gerichtsbarkeit
    wird dieses Vorgehen mit Sicherheit nicht sorgen und bestätigt das von
    ProFans ausgerufene Jahresziel, mehr denn je die Sportgerichtsbarkeit in
    den Fokus der fanpolitschen Arbeit zu rücken.

    „Eine Organisation, die sich öffentlicher Kritik entzieht, pervertiert den
    Gedanken einer demokratischen Gesellschaft,“ stellt Holborn fest und führt
    weiter aus: „Auch ein Verband muss damit umgehen können, dass seine Strafen
    nicht überall auf Wohlgefallen stoßen und darf die sachliche
    Auseinandersetzung damit nicht scheuen.“

    In der Vergangenheit hat es mehrfach beeindruckende Protestaktionen von
    betroffenen Fanszenen gegen derartige Urteile gegeben. „Der DFB macht hier
    einen großen Fehler. Das Kritik-Verbot an seinen Urteilen bringt nämlich
    nicht nur Ultras gegen sich auf, sondern weite Teile der Fanszenen. Damit
    wird der Verband immer mehr zu einem extremen Feindbild von
    unterschiedlichsten Fußballfans in ganz Deutschland“, sagt Jakob Falk von
    ProFans.

    ProFans fordert die Rücknahme des Verbotes der Bilderaktion und empfiehlt
    dem DFB einen gelasseneren Umgang mit Kritik an seiner ungerechten und
    ineffektiven Sportgerichtsbarkeit.

    ProFans im Januar 2017

  • Der Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün setzt gute Akzente

    Seit vielen Jahren stehen polizeiliche Datensammlungen über Fußballfans in der Kritik. Gerade in Berlin haben diese Datensätze einen nicht mehr nachvollziehbaren Umfang angenommen. Diese Praxis soll nun überprüft werden.

    Dazu erklären die Fanhilfe Hertha B.S.C. und die AG ProFans Hertha B.S.C.: „Wir sehen das Vorhaben im Koalitionsvertrag, die ‚Datei Sportgewalt Berlin‘ zu überprüfen und nach dem Vorbild Hamburgs zu überarbeiten, positiv. Für uns steht nach all den Erfahrungen der letzten Jahre jedoch außer Frage, dass diese Datei weder zeitgemäß, noch rechtmäßig ist, daher hätten wir uns eine deutlichere Positionierung gewünscht. Zu dieser abschließenden Einsicht ist es zwar im Koalitionsvertrag leider nicht gekommen, jedoch ist der jetzt angedachte Weg besser als nichts. In Hamburg wurde die dortige Datei nach der Überprüfung gelöscht, dies sollte in absehbarer Zeit nun auch im Land Berlin erfolgen. Dass augenscheinlich eine politische Lösung in der Frage der ‚Datei Sportgewalt Berlin‘ gefunden wurde, erspart der Innenverwaltung vorerst eine Klagewelle. Sollte sich jedoch keine allumfassende Änderung der Speicherpraxis des Berliner LKA ergeben, werden wir eine juristische Entscheidung dagegen anstreben.

    Ganz besonders ist die angekündigte Bundesratsinitiative zur Abschaffung der Bund-Länder-Datei ‚Gewalttäter Sport‘ zu befürworten. Diese Datei ist noch undurchsichtiger und willkürlicher angelegt als die Landesdatei in Berlin und gehört daher restlos gelöscht. Ein weiteres, wichtiges und richtiges Vorhaben ist die Festschreibung der Deeskalationsstrategie bei polizeilichem Handeln.

    Das klare Bekenntnis, dass beim Einsatz von Pfefferspray keine unbeteiligten Dritten in Mitleidenschaft gezogen werden dürfen, ist für uns jedoch nur Wasser auf den heißen Stein. Ein freigesetztes Gift, was Pfefferspray nun mal ist, verletzt zwangsläufig immer Unbeteiligte, daher gehört der Einsatz von Pfefferspray aus unserer Sicht grundsätzlich verboten. Eine Klage dazu ist aktuell anhängig, das Land Berlin sollte hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen.

    Wir begrüßen ausdrücklich das Vorhaben, einen Beauftragten für die Landespolizei einzusetzen, denn bisher war eine feste Anlaufstelle bei der Meldung von polizeilichem Fehlverhalten nicht vorhanden. Die bessere Ausstattung des Datenschutzbeauftragens ist ebenso ein Fortschritt, wie auch die Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung.

    Nach den letzten Jahren des politischen Stillstands, bzw. Rückschritts in den Bereichen Polizeiarbeit, Bürgerrechten und Datenschutz haben wir nun die Hoffnung, dass die vereinbarten Vorhaben zügig umgesetzt werden. Sollte dies nicht erfolgen, werden wir alle politischen Verantwortlichen nachdrücklich an ihre eigenen Worte erinnern.“