Wie sicherlich nicht ganz Untergegangen ist, war der Gästebereich beim DFB Pokalspiel in Koblenz nur sehr spärlich besetzt und die Stimmung war auch nicht so, wie man es aus den vergangenen Spielen dieser Saison gewohnt war. Der Grund dafür, warum wir und viele andere Herthaner den Gästeblock nicht betreten haben, möchten wir euch nachfolgend darstellen:
Für uns als Fans und Anhänger von Hertha BSC ist der DFB Pokal jedes Jahr aufs Neue ein Highlight, da bei uns die Sehnsucht nach einem Finaleinzug und einem Endspiel im eigenen Stadion riesengroß ist. So machten sich auch zum Spiel in Koblenz wieder viele Herthaner auf den Weg, um die Mannschaft, auch bei dieser Partie unter der Woche, zu unterstützen.
Wie leider üblich in Deutschland, ist es uns bei Auswärtsspielen nicht gestattet unsere Fankultur so auszuleben, wie wir es wollen. Stattdessen gibt es von Verein zu Verein unterschiedliche Richtlininen, welche Fanutensilien, wie z.B. Fahnen und Trommeln in welcher Anzahl mit ins Stadion genommen werden dürfen. Somit wird vor jedem Spiel durch die Fanbetreuung von Hertha BSC beim Heimverein nach diesen Utensilien angefragt, um die eigenen Fans darüber zu informieren. So auch geschehen vor dem Spiel in Koblenz. Nach einer Wartezeit von vier Wochen, kam am Montag vor der Partie die Antwort per E-Mail und wurde sogleich über die Homepage von Hertha BSC kommuniziert.
Somit reisten wir, mit den uns zugesicherten Materialien im Gepäck, an und freuten uns auf ein Flutlichtspiel im Pokal.
Angekommen am Stadion wurde uns jedoch vom Sicherheitschef der TuS Koblenz mitgeteilt, dass sich am Vormittag vor dem Spiel auf einer Sicherheitsbesprechung dazu entschieden wurde, Zaunfahnen die am Zaun vor dem Gästeblock befestigt werden, trotz anderer Vorabinformation doch nicht zu genehmigen. Der Grund dafür sei ein Vorfall mit Fans des FC Carl Zeiss Jena vom vergangenen Wochenende!
Auch lange Diskussionen und eine Intervention von Michael Preetz beim Vorstand von TuS Koblenz vermochten diese, aus unserer Sicht vollkommen unberechtigte, Einschränkung nicht wett machen.
Nach einer kurzen Absprache untereinander verließen wir, zum Großteil ohne das Stadion betreten zu haben, den Eingangsbereich zum Gästeblock und verfolgten das Spiel in einer Kneipe in Stadionnähe.
Wie aus den Medien hervorging, haben wir vor rund drei Wochen bei einer großen Demonstration in Berlin gemeinsam mit mehreren tausend Fussballfans aus ganz Deutschland unter Anderem genau auf solche Situationen hinweisen wollen: Fans dürfen nicht mehr Spielball von irgendwelchen, weit ab jeder Realität handelnden Sicherheitsangestellten, sowie der Polizei sein! Es muss eine wirkliche Verbesserung der Situation erreicht werden und man muss sich auch auf Seiten der Vereine endlich klar darüber werden, dass Zaunfahnen, Trommeln und Megaphone kein Sicherheitsrisiko darstellen!
Leider mussten wir feststellen, dass diese Forderungen bei den Verantwortlichen in Koblenz nicht angekommen sind! Für uns stellen Zaunfahnen einen sehr hohen idiellen Wert dar. Mit der Anbringung am Zaun zeigt man, dass man vor Ort präsent ist und man alles dafür geben wird, um seinen Verein zum Sieg zu schreien. Ebenso ist in unseren Augen eine Stoffbahn, die am Zaun befestigt wird, kein Sicherheitsrisiko! Wenn man dann noch, wie in Koblenz geschehen, in Sippenhaft genommen wird, für einen Vorfall der einige Tage zurück liegt, an dem man nachweislich gar nicht beteiligt war und dessen Auslöser, wie man aus Jena mittlerweile mitbekommen hat, wohl auch nicht ganz so war, wie es sich die „Sicherheitsexperten“ in Koblenz gerne hinbiegen, dann ist das für uns Grund genug, uns diesen Vorgaben nicht zu beugen.
Es tut uns für die Mannschaft unglaublich Leid, dass wir sie, bei dem auch für uns so wichtigen Spiel, aus den oben geschilderten Gründen nicht unterstützen konnten und wir hoffen es ist klar geworden, dass sich unserer Protest nicht gegen die Mannschaft oder unseren Verein richten sollte!
Denn trotz der gestrigen Niederlage, sind wir begeistert, wie die Mannschaft bisher in dieser Saison aufgetreten ist. Man erkennt den unbedingten Willen unser gemeinsames Ziel, den sofortigen Wiederaufstieg, zu realisieren!
Am kommenden Samstag gilt es diesem Ziel wieder einen Schritt näher zukommen. Wir werden auf jeden Fall alles in unserer Macht stehende dafür tun und unser Team lautstark nach vorne treiben!
HaHoHE
Förderkreis Ostkurve e.V.
